Gemeinde Biebesheim am Rhein

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Städte-Partnerschaft Biebesheim am Rhein mit Romilly-sur-Andelle (2)


Besuch in Biebesheim 03. - 07. Mai 2018
Freitag, 03. Mai 2018

Zur Kranzniederlegung trafen sich am Vormittag um 10:00 Uhr knapp 30 Personen am Ehrenmal bei der evangelischen Kirche. Die Bürgermeister Thomas Schell und Jean-Luc Romet nahmen die Zeremonie vor. Vom Turm der Kirche mahnte der Klang einer Glocke, zum Gedenken an die Gefallenen der beiden Weltkriege eine Minute zu schweigen.
Anschließend begaben sich die Mitglieder der beiden Partnerschaftskommissionen in die Kulturhalle, um in einer Sitzung die weiteren Aktivitäten zu besprechen. Bürgermeister Thomas Schell bedauerte nochmals, dass in diesem Jahr das Interesse am französischen Sprachkurs in Romilly-sur-Andelle sehr gering war. Er teilte mit, dass es bezüglich eines Schüleraustauschs nach dieser Sitzung ein Gespräch mit dem Leiter und der Französisch-Fachkraft der Johannes-Gutenberg-Schule geben wird, an der er mit Bürgermeister Jean-Luc Romet und Catherine Corroyer teilnehmen wird.
In den vergangenen Sitzungen wurden die Besuchs-Termine für die Jahre 2019 und 2020 schon festgelegt:
Besuch in Romilly-sur-Andelle vom 13. - 17. Juni 2019 (zur Segel-Armada auf der Seine)
Besuch in Biebesheim vom 30. Juli - 03. August 2020 (zum Fischerfest in Gernsheim)
Für den Intensivsprachkurs Deutsch in Biebesheim wurde der 13. - 19. April 2019 festgelegt.
Im Jubiläumsjahr "50 Jahre Partnerschaft Biebesheim mit Romilly-sur-Andelle" im Jahr 2021 soll sowohl in Biebesheim als auch in Romilly-sur-Andelle ein Besuch stattfinden. Termine und Dauer der Besuche werden in einer späteren Sitzung festgelegt.
Herr Hefermehl berichtete über die Ausstellungsaktivitäten in der Rathaus-Galerie. Ein zukünftiges Thema ist "1250 Jahre Lochheim", ein Ort, der im Lorscher Codex erwähnt ist und direkt neben Biebesheim existent gewesen sein soll. Im Jahr 2020 ist dieses Jubiläum und Künstler aus der Region sind aufgerufen darzustellen, wie aus ihrer Sicht Lochheim damals ausgesehen haben könnte. Er fragte an, ob es auch für Künstler aus Romilly-sur-Andelle und Umgebung interessant wäre, sich an diesem Projekt mit einer eigenen Ausstellung zu beteiligen, die dann für drei Monate im Rathausfoyer gezeigt werden könnte. Frau Corroyer, die in Romilly-sur-Andelle Ausstellungen in der Bibliothek organisiert, sowie Herr Dupuis wollen sich diesbezüglich kümmern.
Damit war die Sitzung beendet und Bürgermeister Thomas Schell wünschte viel Spaß beim Besuch der Brauerei in Pfungstadt am Nachmittag sowie beim Ausflug nach Bad Kreuznach am nächsten Tag.
 

Um 14:30 Uhr trafen sich 70 Personen auf dem Rathausplatz für den kleinen Ausflug zur Pfungstädter Brauerei zum dortigen Historischen Rundgang. Diese befindet sich seit ihrer Gründung in Privatbesitz. Damit nicht eine große Anzahl von Fahrzeugen genutzt werden musste, wurden zwei Schulbusse gechartert, was auch den Vorteil hatte, dass man später dort ganz ungezwungen das eine oder andere Bier verkosten konnte. Zuerst wurden wir von den Herren Saemann und Gumpper in den Historischen Schalander der Brauerei geführt. In Zeiten, als das Brauhandwerk noch von wesentlich mehr Arbeitskräften bewältigt werden musste, war der Historische Schalander der Aufenthaltsraum des Brauereipersonals. Heute kann er für Veranstaltungen oder Festlichkeiten gemietet werden. welche später die beiden Gruppen durch die historischen Bereiche der Brauerei führen sollten.
Herr Saemann gab zuerst einmal in lebhaft anschaulicher Form einen ersten geschichtlichen Überblick in die inzwischen 187 Jahre währende Geschichte der Pfungstädter Brauerei. Frau Geier hatte sich schon vorher mit speziellen Ausdrücken rund ums Bierbrauen beschäftigt, damit sie die Erläuterungen in der Gruppe unseren französischen Freunden gut vermitteln konnte.
Justus Hildebrand gründete im Jahr 1831 in seiner eigenen Gaststätte "Zum Hirsch" in Hahn eine kleine Brauerei, um eigenes Bier anbieten zu können. Sein Bier erfreute sich schnell einer großen Beliebtheit. Er interessierte sich intensiv für neue Techniken und experimentierte gern. Ein ursprünglich in Bayern verbreitetes Lagerbier schickte sich an, Deutschland zu erobern. Ein solches im untergärigen Verfahren gebrautes Bier wollte Justus Hildebrand auch brauen, für die Produktion waren jedoch kühle Lagerkeller notwendig. Da der Grundwasserspiegel in Hahn sehr hoch ist, war es ihm nicht möglich, hier die entsprechenden Keller zubauen. Zugleich stieg die Nachfrage nach seinem Bier stetig und es war absehbar, dass seine Braukapazitäten bald an ihre Grenzen stoßen würden.
Im Nachbarort Pfungstadt konnte Justus Hildebrand ein recht großes Gelände, das für seine Zwecke ideal geeignet war, preiswert erwerben. Eigentlich war es zu groß, er wollte sich aber Raum für mögliche Erweiterungen sichern, die dann später tatsächlich auch realisiert werden mussten. So befindet sich die Brauerei noch heute am selben Ort. Am 12. Oktober 1846 konnte er den ersten Sud einbrauen, natürlich ein untergäriges Bier, denn die Keller waren jetzt hier vorhanden. Zugleich änderte er auch das bisherige Erkennungszeichen seiner Flaschen. Der Hirsch wurde gegen das Hufeisen eingetauscht, welches das Stadtwappen Pfungstadts ziert. Außerdem zieren das Flaschenetikett bis heute die Medaillen und Ehrungen, für die sein Bier auf internationalen Wettbewerben in den Jahren 1867 in Paris und Hagenau/Elsass, 1876 auf der Weltausstellung in Philadelphia/USA und 1881 in Wien erfolgreich prämiert wurde. Damit erinnert die Brauerei an ihren Gründer mit seinen größten Auszeichnungen, die er bis zu seinem Tod im Jahr 1882 für qualitativ hochwertiges Bier erhielt.
Um auf dem Gelände gut gesehen zu werden, mussten wir Sicherheitsjacken anziehen. Herr Saemann übernahm die Führung der deutschen Gruppe, Herr Gumpper mit Frau Geier die französische. Im alten Teil des Sudhauses können noch die alten Sudwerke besichtigt werden, die bis 1956 in Betrieb waren. Hier wurde erläutert, wie das Bier prinzipiell hergestellt wird, nämlich aus Wasser, Malz aus Gerste, Hopfen und Hefe. Geschmack und Qualität bestimmen sich aus diesen vier Grundstoffen, je nachdem, woher sie stammen und wie sie ver- und bearbeitet werden. Für das Pfungstädter Bier wird z.B. ausschließlich Wasser aus über 80 Metern Tiefe genommen, das aus zwei eigenen Tiefbrunnen gepumpt wird, die sich auf dem Brauereigelände befinden. Das Malz wird seit 1868 auf dem eigenen Gelände produziert, die hierzu nötige Brau-Gerste wird ausschließlich von regionalen Bauern angebaut.
Danach konnten wir von außen einen Blick in die Produktionsstätte werfen, aus der letztendlich das Bier in riesigen Hoch-Kühltanks zum Gären und Reifen gelagert wird. In der großen Abfüllhalle laufen alle Schritte vom Waschen und Reinigen der Flaschen, der Kontrolle und eventuell nötigem Aussortieren oder nochmaliger Rückführung in den Reinigungsprozess bis hin zum Befüllen und Verschließen weitgehend automatisch ab. Da es Freitagnachmittag war, befand sich dieser Betriebszweig leider schon im Wochenende. Es wurde uns aber gesagt, dass es während der Betriebszeit in dieser Halle sehr laut zugeht.
Da die Gebäude der Brauerei immer noch dort stehen, wo sie ursprünglich seit 1846 gebaut wurden, ist es heute möglich, auch das alte Maschinenhaus zu besichtigen. Im Jahr 1869 wurde darin die erste Dampfmaschine installiert, die schwere und personalintensive Arbeiten erleichtern sollte. So trieb diese 175 PS starke Maschine eine Eismaschine an, die 3.000 m³ Luft kühlen und in die Lagerkeller pumpen konnte, während gleichzeitig der heiße Dampf Wasser für das Reinigen der Fässer erhitzte. Das im Winter mühsame Einschlagen von Eis aus dem Pfungstädter Moor und das arbeitsaufwendige Einlagern desselben wurden damit überflüssig und das schnelle Erzeugen von heißem Reinigungswasser ermöglichte eine schnellere Bereitstellung der Fässer. Im Jahr 1896 kam eine weitere Dampfmaschine hinzu, noch größer und noch stärker. Diese 250 PS starke Maschine steht noch heute an ihrem Ursprungsplatz im Maschinenhaus, ihre Antriebswelle misst stolze 25 Meter. Die Maschine diente zum Betreiben eines neuen riesigen Kältekompressors zur Kühlung der Lagerkeller, zugleich diente sie als Antrieb für die Sudwalze und diversen weiteren Arbeitsgeräten und trieb außerdem noch eine Turbine an, die 110 Volt Gleichstrom erzeugte.
Nach der Führung mit ihren vielen Erläuterungen bezüglich den historischen Gegebenheiten der Pfungstädter Brauerei fanden wir uns wieder im historischen Schalander ein, wo ein Imbiss bereit stand und es Gelegenheit gab, verschiedene Biere der Brauerei zu verkosten. Gegen 18:00 Uhr ging es dann wieder zurück nach Biebesheim, wo Gäste und Gastfamilien beim gemütlichen Beisammensein den Tag ausklingen ließen. (wird fortgesetzt, Bericht und Bilder: Andreas Heister)
 


Danach konnten wir von außen einen Blick in die Produktionsstätte werfen, aus der letztendlich das Bier in riesigen Hoch-Kühltanks zum Gären und Reifen gelagert wird. In der großen Abfüllhalle laufen alle Schritte vom Waschen und Reinigen der Flaschen, der Kontrolle und eventuell nötigem Aussortieren oder nochmaliger Rückführung in den Reinigungsprozess bis hin zum Befüllen und Verschließen weitgehend automatisch ab. Da es Freitagnachmittag war, befand sich dieser Betriebszweig leider schon im Wochenende. Es wurde uns aber gesagt, dass es während der Betriebszeit in dieser Halle sehr laut zugeht.
Da die Gebäude der Brauerei immer noch dort stehen, wo sie ursprünglich seit 1846 gebaut wurden, ist es heute möglich, auch das alte Maschinenhaus zu besichtigen. Im Jahr 1869 wurde darin die erste Dampfmaschine installiert, die schwere und personalintensive Arbeiten erleichtern sollte. So trieb diese 175 PS starke Maschine eine Eismaschine an, die 3.000 m³ Luft kühlen und in die Lagerkeller pumpen konnte, während gleichzeitig der heiße Dampf Wasser für das Reinigen der Fässer erhitzte. Das im Winter mühsame Einschlagen von Eis aus dem Pfungstädter Moor und das arbeitsaufwendige Einlagern desselben wurden damit überflüssig und das schnelle Erzeugen von heißem Reinigungswasser ermöglichte eine schnellere Bereitstellung der Fässer. Im Jahr 1896 kam eine weitere Dampfmaschine hinzu, noch größer und noch stärker. Diese 250 PS starke Maschine steht noch heute an ihrem Ursprungsplatz im Maschinenhaus, ihre Antriebswelle misst stolze 25 Meter. Die Maschine diente zum Betreiben eines neuen riesigen Kältekompressors zur Kühlung der Lagerkeller, zugleich diente sie als Antrieb für die Sudwalze und diversen weiteren Arbeitsgeräten und trieb außerdem noch eine Turbine an, die 110 Volt Gleichstrom erzeugte.
Nach der Führung mit ihren vielen Erläuterungen bezüglich den historischen Gegebenheiten der Pfungstädter Brauerei fanden wir uns wieder im historischen Schalander ein, wo ein Imbiss bereit stand und es Gelegenheit gab, verschiedene Biere der Brauerei zu verkosten. Gegen 18:00 Uhr ging es dann wieder zurück nach Biebesheim, wo Gäste und Gastfamilien beim gemütlichen Beisammensein den Tag ausklingen ließen. (wird fortgesetzt, Bericht und Bilder: Andreas Heister)
 


 


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